Trainingsraum zur Selbstreflexion

Unser Regelwerk verleiht jedem Lehrer und jeder Lehrerin das Recht, den vorbereiteten, eigenen Unterricht in einer möglichst störungsfreien Umgebung durchführen zu können, sowie den Lernenden ebenfalls ein Recht auf aktive Teilnahme am Unterricht, möglichst ohne Störungen im Klassenraum. Dass dies im Alltag nicht immer eingehalten wird, weiß jeder. Deshalb wurde vor Jahren der Trainingsraum an unserer Schule eingerichtet, um sich wiederholende Situationen der Unterrichtsstörungen zu entschärfen, um lernbereiten Schülerinnen und Schülern einen qualitativ ansprechenden Unterricht bieten zu können und um störenden Schülerinnen und Schülern einen geschützten Raum, Zeit und Hilfestellung bei dem Überdenken ihres sozialen Verhaltens bieten zu können, nachdem kurzfristige Interventionen des Lehrers und der Lehrerin erfolglos blieben. Folgendes Verfahren ist vorgegeben: Die Lernenden werden im Unterricht nach einer Störung mit einer gelben Karte verwarnt. Sollte in der gleichen Unterrichtsstunde eine weitere Störung von ihnen erfolgen, werden sie von der Lehrkraft in den Trainingsraum geschickt. Diese füllt einen Laufzettel unter Angabe des regelwidrigen Verhaltens des Schülers/der Schülerin aus.

Im Trainingsraum sitzt eine geschulte Lehrkraft, welche den Reflexionsprozess des Schülers/der Schülerin begleitet. Dieser/diese muss jetzt einen Rückkehrplan mit vorgegebenen Fragestellungen ausfüllen. Dabei hilft ihm/ihr die Fachkraft, indem sie Anregungen und Impulse gibt. Ist der Rückkehrplan nach Ansicht der Aufsicht zufriedenstellend ausgefüllt, schickt sie den Schüler/die Schülerin wieder in den Unterricht zurück, wo die unterrichtende Lehrkraft den Plan akzeptieren oder ablehnen kann. Bei Akzeptanz nimmt der Schüler/die Schülerin wieder an dem Unterricht teil, bei Nicht-Akzeptanz seitens der Lehrkraft geht er/sie in der kommenden Stunde bei dem gleichen Lehrer/der gleichen Lehrerin wieder zurück in den Trainingsraum und überdenkt erneut das Fehlverhalten. Bei wiederholten Unterrichtsstörungen innerhalb eines Halbjahres werden die Eltern informiert und bei Bedarf zu einem klärenden Gespräch eingeladen.