Gedenkstättenfahrt

Das Leben der Kinder im KZ Buchenwald

von: B. Gericke, N. Ivanova, M. Wagner und T. Wolter (Q2) 

Unsere Gedenkstättenfahrt der Jahrgänge Q1 und Q2 im Januar 2019 führte uns ins ehemalige Konzentrationslager Buchenwald in Weimar (Thüringen). In mehreren Workshops vertieften wir unsere Erfahrungen und Erkenntnisse, die wir beim Besuch des Lagergeländes und der Ausstellung gewonnen hatten. Unsere Gruppe, die sich aus Schülerinnen und Schülern der Q2 zusammensetzte, recherchierte die Geschichte der dort inhaftierten Kinder und Jugendlichen. Die Ergebnisse haben wir in Form eines Zeitungsartikels zusammengefasst.

 

KZ Buchenwald: Das Leben der Kinder und ihre Geschichte

Von 1937 bis zum 11. April 1945 waren insgesamt 277.800 Häftlinge in Buchenwald inhaftiert, davon waren 30.000 minderjährig. Sinti und Roma, ungarische und polnische Juden machten die Mehrheit aus. Bei ihrer Ankunft in Buchenwald mussten die Neuankömmlinge schreckliche Qualen erleiden, wie das Eintauchen in ein Desinfektionsbecken mit offenen Wunden, die durch das unprofessionelle Abrasieren der kompletten Körperbehaarung entstanden. Die Kinder waren im kleinen Lager – einer ehemaligen Pferdestallung – im Kinderblock 66 untergebracht, der zum Schutz der Kinder errichtet worden war. Die Lebensbedingungen in Block 66 waren noch schlechter als im Hauptlager. Denn dort gab es kein fließendes Wasser und Hunger beherrschte den Alltag. Dies führte dazu, dass die meisten Kinder an Unterernährung verstarben.

Foto aus der aktuellen Ausstellung

Aber warum kamen die Kinder überhaupt nach Buchenwald? Zum einen wollten die Eltern bei den Deportationen ihre Kinder nicht allein zurücklassen und zum anderen galten auch sie gemäß der nationalsozialistischen Ideologie unter der rassistischen Norm als minderwertig. Dabei spielte das Alter keine Rolle. Janek Szlaifsztajin (Junge auf dem Foto in der Mitte) kam als Säugling in das KZ und wurde dort von allen Häftlingen im Krankenbau versteckt ‒ bis zur Befreiung im April 1945.

Der Tagesablauf der über 14-Jährigen glich dem der Erwachsenen. Sie arbeiteten im Steinbruch oder verrichteten andere Arbeiten, z. B. im Rüstungswerk Wilhelm-Gustloff-Werk am Lager Buchenwald. Die jüngeren Kinder waren für die Instandhaltung der Baracken zuständig. So wie der Häftling Janek.

Ab 1943 kamen immer mehr Kinder nach Buchenwald. Dies verschlimmerte die Situation weiter. Die Folgen waren Krankheiten wie z. B. Tuberkulose und Ruhr. Aber auch die Unterernährung nahm zu.  Viele der Kinder, welche nicht arbeiten konnten, wurden nach Auschwitz, das Vernichtungslager in Polen, transportiert. Innerhalb des KZs Buchenwald starben 1.600 Minderjährige. Bei der Befreiung befanden sich von den insgesamt 30.000 Minderjährigen nur noch 904 im Lager, darunter auch der vierjährige Janek. Erst im Jahr 2012 wurde der Blockälteste Antonin Kalina für seine Bemühungen um Block 66 und die dort untergebrachten Kinder mit der Auszeichnung „Gerechter unter den Völkern“ durch die Gedenkstätte Yad Vashem in Israel geehrt.